medusa_baumWAS?

Heute mag man es kaum glauben, aber dieser geschichtsträchtige kleine Hügel war für die gesamte Ogliastra schon immer von großer Bedeutung. Hier hatten bereits die Nuragher einen Kultort. Später diente er als wichtige strategische Postion an der Grenze zwischen Ebene und Berge. Von oben hat man einen weiten Blick, der von nahezu allen Herrscher gegen Angriffe vom Meer und vom Land genutzt wurde. Schließlich reichte das Meer damals in einem weit ins Land reichenden Golf bis Girasole und Lotzorai, wo sich ursprünglich auch die Häfen befanden. Erst sehr viel später entstand durch die Ablagerungen der beiden Flüsse die heutige Lagune.

Die Burganlage – früher von einem kleinen Dorf umgeben, das in erster Linie Soldaten beherbergte – hatte eine sehr bewegte Geschichte. Sie wurde unzählige Male zerstört, ebenso oft wieder aufgebaut und beherbergte über die Jahrhunderte viele unterschiedliche Besitzer – unter anderem wohnte dort auch Fürstin Maria di Navarra, die es im Jahr 1056 für ihre Zwecke wieder errichten lies. Ende des 14. Jh. wurde das Castello zum Sitz eines aragonesischen Funktionärs und ein weiteres Mal restauriert und verstärkt. Es folgten weitere Besitzerwechsel bis die kleine Burganlage schließlich verlassen wurde, in Vergessenheit geriet und zerfiel. Heute ist die Ruine in schlechtem Zustand und vernachlässigt. Zudem wird das Gesamtbild von einem in den 50er-Jahren vollkommen unsensibel direkt daneben errichteten weithin sichtbaren hässlichen Wasserspeicher gestört.

medusa_ausblickTipp: Trotzdem darf man sich davon nicht abschrecken lassen. Denn oben auf der Ruine stehend lässt sich noch immer ein wenig von der Geschichte dieses Ortes spüren. Außerdem hat man einen unvergleichlichen Blick über Lotzorai, sieht bis zum Meer und in alle Richtungen weit über die Ebene. Kein Wunder war dieser Platz in früheren Zeiten von großer strategischer Bedeutung!

WO?

Am südlichen Ortseingang von Lotzorai direkt nach der Brücke liegt die Ruine direkt am Rande der SS 125 auf einem Hügel. Ein Schotterweg führt links von der Straße ab. Dort kann man problemlos am Rand sein Fahrzeug abstellen. Ein unscheinbarer und unbeschilderter Pfad führt einen steilen Pfad hinauf zur kleinen Burganlage. Vorbei am hässlichen Wasserspeicher steht man nach wenigen Metern vor den Mauerresten des Castello della medusa. Auf der rechten Seite kann man dann über einige Felsstufen bis ganz hinauf auf die Ruine klettern.

castello_medusa2WANN?

Ganzjährig begehbar.

WIEVIEL?

Es wird kein Eintritt verlangt.