Was tun und wohin in Cagliari

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Auf Städtetrip in … CAGLIARI!

Drei Tage Auszeit, zwei alte Freundinnen, eine Stadt am Meer

 

Man muss nicht immer und unbedingt in die Ferne reisen, um sich komplett bezaubern zu lassen. Das wurde mir einmal mehr klar, als ich an einem Frühsommerabend zum ersten Mal in meinem Leben durchs nächtliche Cagliari schlenderte. Wie ich da so durch die Arkaden der herrlich belebten Via Roma lief und erste Blicke in die engen Gassen des Marina-Viertels mit den voll besetzten Tischen vor den unzähligen Osterien erhaschte, war es bereits um mich geschehen: Innamorata persa di Cagliari!


Bis über beide Ohren verliebt in diese Stadt!

 

 

Wer hätte das gedacht!

Bei meinem doch ziemlich gespaltenen und bisher so negativen Verhältnis zur Insel-Hauptstadt. Schon in meinem ersten Urlaub in Sardinien vor nunmehr 30 Jahren* stand eigentlich auch Cagliari auf dem Plan. Aber damals schüttelten alle Sarden, die wir fragten, nur verächtlich den Kopf und rieten uns von der Reise ins „Großstadtmoloch“ ab. Wir sollten doch vielmehr die Tage am Meer genießen.

Ein Jahr später landeten wir dann tatsächlich mit sardischen Freunden für einen Nachmittag in Cagliari, bekamen aber nach einer abenteuerlichen Anreise im Fiat Panda „nur“ ein wenig Vorstadtfeeling, das Fußballstadion Sant‘ Elia und ein zugegeben packendes Erstliga-Spiel zwischen den Lokalmatadoren und Lazio Rom (mit Thomas Hässler) mit – auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis. Aber wer hätte damals geahnt, was sich nur wenige Kilometer weiter als echte Perle im Verborgenen versteckt hält?

Als mir dann wiederum einige Urlaube später bei meinem ersten richtigen Versuch, Cagliari zu besuchen, gleich in der ersten Viertelstunde mein Bus aufgebrochen und das komplette Gepäck geklaut wurde, hatte ich mit diesem Ort fürs Erste abgeschlossen, sah alle negativen Urteile bestätigt und setzte keinen Fuß mehr in die Stadt.

Ich kehrte erst wieder zurück als ich schwanger war. Wie alle Inselbewohner musste ich zu sämtlichen größeren Untersuchungen nervtötende zwei Stunden in die Hauptstadt reisen und sah dabei nur hässliche Krankenhäuser und heruntergekommene Außenbezirke. Nach langen Wartezeiten war die Lust gering, mit dickem Bauch auch noch auf Stadterkundung zu gehen. Da ging es mir dann wie sehr vielen Sarden, die Cagliari nur mit unliebsamen Arzt- oder Behördenbesuchen verbinden und der Stadt sonst den Rücken kehren.

So kam es also, dass ich, wenn die Frage aufkam, ob ein Cagliari-Besuch nicht auch zum Urlaub auf Sardinien gehöre, eher ausweichend geantwortet oder gar abgeraten habe. Asche auf mein Haupt! Ich bitte hiermit offiziell um Entschuldigung und betone ab sofort:

Ja, man muss nach Cagliari!

 

Wer das bisher versäumt hat, sollte es also unbedingt nachholen. Oder – vielleicht in den Wintermonaten?! – einfach nur und ausschließlich nach Cagliari reisen. Es lohnt sich! Dafür lege ich jetzt im Gegenzug die Hand ins Feuer und beschreibe dir hier, was man an einem langen Wochenende in dieser tollen Stadt am Meer unternehmen kann.

 

Anreise

Ich selbst habe mein Auto zuhause gelassen und bin mit dem Bus von Lotzorai nach Cagliari gefahren. Ab Tortolì fährt die Linie 301 im Moment 1x am Morgen und 1x am Nachmittag in knapp 3 Stunden direkt nach Cagliari. Das kostet rund 10 Euro und ist sicherlich auch für Urlauber eine überlegenswerte Option. In der Stadt benötigst du kein Auto und so war das für mich die bequemste Art des Hinkommens. Infos zu den aktuellen Fahrplänen bekommst du am besten über die ARST Website und dort auf der Seite über die Google Maps Routenplaner-Suchmaske.

Meine Freundin kam mit dem Flugzeug aus Deutschland. Viele Gesellschaften bieten recht günstige Flüge nach Cagliari an. Von Elmas kommst du dann je nach Tageszeit mit dem Bus, mit der Bahn (10 Minuten Fußweg zur Haltestelle) oder am späten Abend eben nur noch mit dem Taxi (Kosten derzeit 20 bis 25 Euro) ins Zentrum. Die Endhaltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel sind alle im Hafen rund um die Piazza Matteotti.

 

Dort findest du übrigens auch gleich im prächtigen Palazzo Civico, dem Rathaus, ein kleines Infobüro von Cagliari Turismo, wo du dich mit einem Stadtplan (und natürlich sonstigen Infos) eindecken kannst, solltest du keinen im Gepäck haben. Den Palazzo Civico erkennst du sofort an seinen zwei Türmen und der weißen Fassade. Die Internetseite von Cagliari Turismo ist super gemacht, aktuell gehalten und wirklich sehr informativ. Dasselbe gilt für den Instragram-Account. Beides eignet sich optimal zur Vorbereitung des Städtetrips und vor allem letzterer ist eine wunderbare Inspirationsquelle für deinen Cagliari-Besuch!

 

Und noch ein Tipp: Das Tourismusbüro hat eine wirklich tolle kostenlose handliche City Guide-Broschüre (siehe Bild unten links) auf Italienisch und Englisch herausgegeben. Frag danach und nimm sie mit, sollte sie noch verfügbar sein. Dort findest du alle wichtigen Infos zu den interessanten Sehenswürdigkeiten und vor allem viele schöne Ideen für deinen Aufenthalt in der Stadt.

 

 

 

Übernachten

Du kannst einen Tag in Cagliari verbringen, d.h. morgens hin- und abends zurück oder weiter fahren. Die Stadt ist überschaubar und du bekommst dann schon viel von ihrem Flair mit und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit.

Toll ist, wenn du länger bleiben kannst. Dann benötigst du natürlich eine Unterkunft möglichst im Zentrum. Über die bekannten Portale wirst du schnell fündig und hast die Qual der Wahl. Wir waren in einem wundervollen B&B direkt am Hafen im Marina-Viertel untergebracht. Ich hatte es vor einiger Zeit ganz zufällig auf Instagram entdeckt und es hat mir auf Anhieb so gut gefallen, dass ich gar nicht mehr weiter gesucht habe.

In einem alten Stadtpalast vermieten Daniela und Michele drei geschmackvoll eingerichtete Zimmer und servieren dir jeden Morgen ein liebevoll zusammengestelltes Frühstück mit allem, was das Herz begehrt und vielen sardischen Spezialitäten. Dazu gibt’s Tipps für den Stadtbesuch und nette Gespräche. Absolut empfehlenswert. Hier geht’s zur Website des Ca‘ del Sol. Wer gerne etwas außerhalb und mit Meerblick, aber immernoch in mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbarer Nähe nächtigen möchte, kann alternativ einen Blick auf das kleine Ferienhäuschen Ca‘ del Mar werfen.

 

Marina – Castello – Villanova

Das sind die drei Stadtviertel in Cagliari, die du auf jeden Fall ausgiebig durchstreifen solltest. Marina liegt wie der Name vermuten lässt unten am Hafen. Dort herrscht reges Leben und am Abend ist es manchmal schwierig an den eng besetzten Tischen der Osterie noch einen Platz zu ergattern. Von den Arkadengängen der Hafenpromenade Via Roma kannst du dir diese Gegend über verschiedene Zugangsstraßen erschließen. Castello mit seinem zum Teil fast schon morbiden Charme ist das älteste Viertel und Namensgeber für die gesamte Stadt. Noch heute ist es quasi komplett von einer Stadtmauer umgeben und oben auf dem Hügel gelegen nur über die verschiedenen, gut erhaltenen Stadttore zu erreichen. In Villanova hingegen sind die Häuser nicht ganz so hoch, die Straßen weniger eng und alles scheint heller, luftiger und auch deutlich ruhiger zu sein. Wahrzeichen des Viertels für Leute mit grünem Daumen sind die vielen Blumen und Pflanzen vor den Häusern und auf den kleinen Balkonen – blühende Oasen, die von den Bewohnern liebevoll gepflegt und voller Stolz präsentiert werden. Das Viertel Villanova kannst du sehr gut von der Piazza Costituzione unterhalb der Bastione St. Remy erreichen.

Mein Vorschlag: Wir haben uns am ersten Tag von unserem Ausgangspunkt Ecke Via Roma/Via Regina Margherita am südlichen Ende von Marina langsam hinauf zum Platz auf der Bastion treiben lassen und sind dann im wahren Sinne des Wortes ins Castello-Viertel eingetaucht. Durch das Stadttor Torre di San Pancrazio und die Porta Cristina haben wir den Altstadtkern verlassen und sind dann über den Viale Buon Cammino (Achtung: im Juni blühen dort die Jacaranda-Bäume – wunderschön!) zum Amphitheater. Villanova haben wir dann am nächsten Tag auf dem Weg hinauf zu den Giardini Pubblici und zum Museum Galleria Comunale d’Arte erkundet. Solltest du mehrere Tage Zeit haben für Cagliari, wirst du ohnehin nicht müde werden, alle drei Viertel immer wieder auf anderen Wegen zu durchqueren und dabei immer wieder Neues zu entdecken. Sagte ich es schon? Cagliari macht süchtig!

 

Ohne Plan auf Tour gehen
oder Reiseführer-Route nutzen?

Wer sich nur einen einzigen Tag in Cagliari gönnt oder gönnen kann, hat zwei Möglichkeiten: sich ohne feste Wegvorgabe durch die Stadt bewegen oder den Reiseführers zu Hilfe nehmen.

Ersteren empfehle ich, sich an einer beliebigen Stelle der Via Roma aus ins Gassengewirr der Altstadt zu stürzen, sich immer bergauf durch Marina und Castello tragen zu lassen, sich oben angekommen rechts zu halten, über den Turm San Pancrazio den Mauerring zu verlassen, um dann durch Villanova wieder zurück zum Hafen zu kommen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten begegnen dir dann quasi nebenbei am Wegesrand und du erlebst so dein ganz persönliches Cagliari. In dieser Stadt kann man sich sehr gut spontan bewegen, weil das historische Zentrum ziemlich überschaubar ist und Cagliari so viel Flair und tolle Ecken hat, die genau so am besten zur Wirkung kommen.

Die andere Möglichkeit ist, sich einen Reiseführer zu schnappen und einem der dort vorgeschlagenen Stadtrundgänge zu folgen. Im Familienreiseführer Sardinien mit Kindern findest du zum Beispiel einen schönen Tour-Vorschlag, der (wie übrigens das gesamte Buch) nicht nur für den Nachwuchs zu empfehlen ist. Einen Rundgang der ganz anderen Art hat sich Baedeker Smart einfallen lassen: Hier werden die Leser auf Shopping-Tour durch Cagliari geschickt. Nicht ganz mein Ding, aber wer gerne Läden guckt oder mit shoppingsüchtigen Teenagern unterwegs ist, ist damit gut beraten und findet in der Insel-Hauptstadt mit Sicherheit genug Futter.

 

Hier im kurzen Bild-Überblick, was mir besonders gut gefallen hat in Cagliari (alles ohne Zahlen und geschichtliche Fakten, die du im gewünschten Umfang in den Reiseführern und im Internet findest!):

 

Bastione St. Remy

Ein Ort mit magischer Anziehungskraft. Kein Wunder, denn einmal oben angekommen stockt dir erst einmal der Atem: Wirklich toll der Rundum-Blick über Cagliari und über das Meer. Und ebenso beeindruckend die fast unendlichen Weite des Platzes oben auf der Festung. Und dann ist da noch der prunkvolle Treppenaufgang von der Piazza Costituzione aus. Wir mussten noch über den „Nebeneingang“ auf die Bastione steigen. Inzwischen ist die Treppe aber nach jahrelangen Renovierungsarbeiten wieder begehbar und schöner denn je. Am besten steuerst du die Bastione St. Remy gleich zu Beginn deiner Tour an – wegen des Überblicks.

 

Piazza Palazzo und Dom Santa Maria

Von der Bastione St. Remy aus wählst du dir eine der engen Gassen, die alle weiter bergauf durch Castello in Richtung des Torre San Pancrazio führen und dich auf die ebenfalls sehr schöne Piazza vor der Chiesa Santa Maria mit ihrer eindrucksvollen pisanischen Fassade führen. Innen gibt es einiges zu sehen, mir selbst hat sie von außen besser gefallen. Beeindruckend: Stehst du auf der etwas unterhalb gelegenen kleinen Piazza Carlo Alberto und schaust in Blickrichtung der Statue, siehst du einen uralten Torbogen, der den Bombenhagel und die Zerstörung Cagliaris während des 2. Weltkriegs überlebt hat. Drumherum lag damals quasi alles in Schutt und Asche…

 

Citadella dei Musei und Archäologisches Museum

Das Museums-Areal, ein ziemlich hässlicher Betonbau, liegt außerhalb der Stadtmauern auf dem letzten Zipfel der Altstadtanhöhe eingekeilt und gibt gleich mehreren Ausstellungen Raum und Räume. Mich hat vor allem das Archäologische Museum interessiert (das haben wir dann übrigens am dritten Tag bei Regen besucht, denn am ersten Tag konnten wir nicht genug bekommen vom Gassen-Schlendern in Marina und Castello!) Grund: Ich wollte endlich einmal die kleinen nuraghischen Bronzefigürchen ganz nah und in echt sehen. Die „Bronzetti“ waren dann auch mein ganz persönliches Ausstellungs-Highlight. Und ich finde, allein deshalb lohnt sich der Besuch des umfangreichen, gut strukturierten Museums. Die Ausstellungstafeln sind zweisprachig auf Italienisch und Englisch und liefern sehr viele Hintergrundinfos. Tipp für Familien: Mit Kindern pickt man sich am besten gleich nur einige Teilbereiche heraus (z.B. das untere Stockwerk mit u.a. den Bronzetti), sonst erschlägt die Fülle.

 

Torre San Pancrazio und Torre Elefante

Die Türme sind Ein- bzw. Ausgang in den Mauerring von Castello. Beide sind nur an den drei Außenseiten geschlossen und haben nach innen hin eine frei liegende Treppenkonstruktion aus Holz. Leider waren beide Türme während unseres Aufenthalts geschlossen. Aber beim nächsten Cagliari-Besuch möchte ich wenigstens eine dieser Treppen hinauf steigen und übers Dächermeer schauen. Und der kleine Elefant? Der ist einfach ein von den Pisanern gern genutztes symbolisch-schmückendes Element, er ist wirklich sehr klein, aber natürlich dennoch sehenswert.

Alte Bücher

In der Via Università, zwischen Torre Elefante und Bastione St. Remy, steht ein unscheinbares Schild vor einem  Unigebäude. Wir sind ihm gefolgt, standen plötzlich in einer Art im Sekretariat und wurden von einer engagierten Mitarbeiterin direkt in die alte Bibliothek geführt. Sie hat uns viel erzählt, zum Beispiel, dass man die Bücher inzwischen in den den Regalen stehen lässt, ohne sie anzurühren, weil man herausgefunden hat, dass sie sich dort bei genau diesem Raumklima besser erhalten lassen als durch aufwändige Restaurierungsarbeiten. Ich hatte wirklich Gänsehaut, als ich in diesem geschichtsträchtigen Saal stand und mir vorgestellt habe, wie lange diese Bücher schon dort stehen und wieviele Menschen sie schon in der Hand hatten.

 

Amphitheater und Viale Buon Cammino

Das römische Amphietheater ist zwar leider gerade geschlossen, aber man kann es von oben auch bestens aus der Ferne bewundern. Du kommst über den Viale Buon Cammino dorthin und hast von dort aus überall einen tollen Blick über Cagliari, über die Bucht mit Hafen und über das Meer! Du kannst in einem der einfachen Straßencafés entlang des Viale Halt machen, dich auf ein schattiges Bänkchen setzen oder du gehst in „unsere“ Bar oberhalb des Amphitheaters und lässt bei einem kühlen Drink den Blick in die Ferne schweifen. Die Bar in der Via Nicolidi heißt übrigens passenderweise „Pause“, besteht aus einem grünen Eisenpavillons mit einfachen Sitzgelegenheiten  drumherum und es läuft meistens ziemlich coole Musik. Toll auch am Abend zum Aperitif!

 

Giardini Pubblici und Galleria Comunale d’Arte

Ein weiterer dieser wunderschönen Plätze zum Luft holen und Päuschen einlegen sind die Giardini Pubblici außerhalb und unterhalb der Stadtmauern: toller Blick und grüne Ruhe-Oase. Im Schatten der jahrhundertealten Bäume führen die Cagliaritaner den Hund spazieren, füttern streunende Katzen und lesen Zeitung. Dieser kleine Park ist die älteste Grünanlage Cagliaris. Er entstand 1840 auf dem Gelände einer Pulverfabrik. Im ehemaligen Bürogebäude ist heute eine kleine, absolut sehenswerte Kunstgallerie untergebracht.

 

Krypta Sant’Eulalia

La strada al mare: Diese alte Straße wurde in der Krypta der Kirche Sant’Eulalia gefunden. Sie führte zu Römerzeiten von der Stadt in den Hafen. Freigelegte Spuren, die dich direkt in die Vergangenheit führen. Schon wieder ein Gänsehaut-Moment! Bei Restaurierungsarbeiten wurden unter einigen alten Kirchen solche Überreste lang vergangener Zeiten gefunden und begehbar gemacht. Wir haben uns für Sant’Eulalia entschieden, unsere Gastgeber hatten uns aber auch Santa Restituta und Santo Sepolcro ans Herz gelegt, um das heute unterirdische Cagliari von damals zu erleben. Das nächste Mal dann!

 

Kreuzgang San Domenico

Ein Kleinod mitten in Villanova, das du beim Spaziergang durchs Viertel nicht vergessen darfst. Die zugehörige Kirche war im 2. Weltkrieg nahezu zerstört worden, glücklicherweise blieb der mittelalterliche gotisch-katalanische Kreuzgang dabei verschont. Den Zugang findest du von der Piazza San Domenico aus. Achtung: Nicht durchgängig geöffnet, Einlass am Morgen ab ca. 11 Uhr und am frühen Abend ab ca. 17 Uhr. Wir haben drei Anläufe benötigt, um hinein zu kommen. War aber nicht so schlimm. Auf der Piazza San Domenico lässt man sich dann gerne alternativ in einer der Bars nieder (siehe unten).

 

Frühchristliche Kirche San Saturnio

Man kann sich für Kirchen und alte christliche Gemäuer interessieren oder auch nicht. Beim Villanova-Rundgang ist aber ein Abstecher zur Chiesa San Saturnio oder San Saturnino eigentlich ein Muss: Du stehst dort vor einer der ältesten Kirchen Sardiniens. Der bestechend schöne, schlichte Innenraum hat eine überwältigende Ausstrahlung.
Auf dem Weg dorthin kommst du am farbenfrohen ExMa-Gebäudekomplex vorbei: ehemals städtischer Schlachthof, heute ein Kulturzentrum mit wechselnden Ausstellungen und einem netten Café im Innenhof. Ach ja, und ganz in der Nähe, auf der Piazza Gramsci steht eine Skulptur des bekannten sardischen Steinbildhauers Pinuccio Sciola, die dem Insel-Intellektuellen gewidmet ist.

 

Hafen, Via Roma & Stazione Marittima

Kurz sind wir auch durch den Hafen geschlendert. Von dort kann man schön die prächtigen Fassaden der alten Stadtpaläste in der Via Roma bewundern. Mir hatte es die sozialistisch wirkende Stazione Marittima angetan – toller Bau. Allerdings derzeit komplett geschlossen und nur über den Bauzaun zu bewundern.

 

Poetto

Der Nachmittag bietet sich an, um noch schnell raus zum kilometerlangen weißen Stadtstrand Poetto zu fahren. Die Felsformation „Sella del Diavolo“ bewundern, Füße in den Sand strecken, Strandspaziergang machen und dann Aperitif bestellen. Zum Strand kommt man ganz einfach von der Via Roma aus mit den Buslinien PF und PQ. Den Fahrschein kaufst du in einem der Tabacchi unter den Arkaden. Er kostet derzeit 1,30 Euro und du kannst damit nach dem Abstempeln 90 Minuten lang Bus fahren. Tickets gibt’s auch direkt beim Fahrer. Da kosten sie dann 1,60 Euro und du musst das Geld abgezählt bereit halten.

 

Parco Molentargius

Im Infozentrum am Haupteingang in der Via delle Palme kann man Fahrräder mieten. Tolle Sache, um gemütlich durch die Salinen-Landschaft zu radeln und den Kopf ein wenig auszulüften. Als wir dort waren, hatten die Flamingos Nistschutz, so dass ein Großteil des Parks leider nicht zugänglich war. Den ein oder anderen Flamingo bekamen wir glücklicherweise trotzdem zu Gesicht. Und beim nächsten Cagliari-Trip stehen dann die hinteren Teile des Parks ganz oben auf meiner Liste. Dann miete ich mir gleich im Zentrum ein Rad und fahre an der Hafenpromenade am Meer entlang bis zum Park hinaus. Dieses Mal haben wir uns vom Poetto-Bus (siehe oben) bis zur entsprechenden Haltestelle bringen lassen und waren nach ca. 15 Minuten Fußweg am Park-Eingang.

 

Einkehren

In Cagliari geht MAN aus zum Essen. Das machen die Einwohner ebenso gerne wie die Sarden aus dem Umland und aus ganz Sardinien, die vor allem am Wochenende gerne in die Stadt kommen, um sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Sind die Tische der angesagten Trattorie und Ristoranti also schon unter der Woche gut besetzt, bekommt man am Wochenende dort ohne Reservierung nicht mehr unter. Also vorsichtshalber rechtzeitig vorbestellen, wenn du eine bestimmte Osteria im Visier hast.

Viele Restaurants findest du im Marina-Viertel parallel zur Via Roma in Hafennähe. Was zunächst nach reinem Touri-Nepp aussehen könnte, entpuppt sich als eine bunte Mischung aus alt eingesessenen, begehrten und von Cagliaritanern besuchten Lokalen, aber eben auch Restaurants, die es nur darauf abgesehen haben, unsichere Kurzurlauber zu überrumpeln und an die Tische zu locken. Also Augen auf bei der Restaurant-Wahl, die Tipps im Reiseführer des Vertrauens studieren oder auf die Ratschläge von Einheimischen hören.

Wir wurden von unseren B&B-Gastgebern Daniela und Michele zu Lillicu, Stella Marina und Ci pensa Cannas geschickt. Am Samstagabend waren die aber leider gerammelt voll. Keine Chance ohne Vorbestellung. Anfängerfehler! Schließlich haben wir im ebenfalls empfohlenen Gennargentu einen Tisch gefunden und dort einfach, aber gut Fisch gegessen. Weitere Adressen gibt es selbstverständlich in den anderen Vierteln, wo es dann meist etwas ruhiger zugeht.

Meine Meinung: Auch wenn du nur einen Tag für Cagliari vorgesehen hast, auf jeden Fall den Abend noch dort bleiben und Essen gehen. Das gehört irgendwie dazu zum Lebensgefühl in dieser Stadt und macht den Cagliari-Besuch erst zu einem runden Erlebnis. Ach ja, und wenn es dann noch zu einem Verdauungsspaziergang reicht: An der Piazza del Carmine gibt es die Eisdiele Gocce di Gelato e Cioccolato, angeblich die beste in ganz Cagliari, auf jeden Fall die mit dem vielversprechendsten Namen – teste selbst!

 

Zwei kleine Gastro-Tipp noch am Rande

Natürlich muss man sich in Cagliari auch tagsüber keine Sorge ums Verhungern machen. Es gibt unzählige Bars und Trattorie mit schönen Sitzplätzen zum Verschnaufen und Energie tanken. Diese zwei hatten es uns besonders angetan:

Die Bar/Paninoteca CIBARIUS etwas oberhalb der Piazza Dettori im Marina-Viertel: Mit einer Sonderkonstruktion an Tisch- und Stuhlbeinen hat die Betreiberin dort einige Außensitzplätze in der steilen Gasse Scalette di Santa Teresa geschaffen und serviert im kleinen Lokal super leckere, einfallsreich belegte Brötchen. Wir waren dort auch gern etwas abseits des großen Trubels abends zum Aperitif.

 

Die Weinbar NINNOS an der Piazza San Domenico im Villanova-Viertel: Dort saßen wir während eines Regenschauers eine gefühlte Ewigkeit, weil die Musik so angenehm und das Ambiente so heimelig war, der Weißwein nie besser geschmeckt hat und wir uns nicht satt essen konnten an den wunderbaren kleinen Fisch-Snacks, die man dazu bestellen konnte.

 

 

Das will ich dann beim nächsten Mal sehen

Wir hatten drei volle Tage zur Verfügung. Und trotzdem haben die nicht gerereicht, um alles zu sehen, was wir gerne gesehen hätten. Zum Beispiel wäre ich gerne noch zum Ausgrabungshügel Tuvixeddu spaziert, ich hätte gerne den Orto Botanico und den kleinen Orto dei Cappuccini besucht und eigentlich wollte ich auch unbedingt zur Sella del Diavolo wandern.

 

Aber gut so! Dann muss ich also wieder kommen.

 

 

 

*Dieses Cagliari-Wochenende war übrigens eine Art Revival-Veranstaltung oder Back-to-the-roots-Erlebnis. Auf jeden Fall ein Jubiläum. Denn vor genau 30 Jahren war ich mit dieser Freundin zum allerersten Mal hier in Sardinien (übrigens in Lotzorai!). Und das wollten wir einfach gebührend begehen und feiern.

Es ist uns gelungen.

 

 

 

 

 

 

Anmerkung: Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung durch Produktnenneung und Verlinkung.

 

 

 

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