Flucht im August

Eingetragen bei: Aktiv, Kids | 0

 

Alle kommen – ich gehe!

5 Überlebenstricks für Rummel-Muffel

BootKeine Frage: Ohne den Urlauberandrang im August würde hier alles zusammen brechen. Wie aus dem Nichts füllen sich dann nämlich die Campingplätze und Ferienwohnungen. Und das sonst so beschauliche Treiben an den Stränden und auf den Straßen bekommt schon fast Rimini-artige Züge (keine Angst, ich übertreibe, so schlimm wird’s hier nie!). Zwar sind alle insgeheim auch wieder froh, wenn der Spuk vorüber ist. Auf Grund der allzu kurzen Tourismussaison an der Ogliastra-Küste erleben die Einheimischen den Urlauberansturm in den Monaten Juli und August aber dennoch als wahren Segen.

ABER!

Für mich persönlich war das noch nie etwas. Wann immer ich konnte, bin ich diesem Kurzzeitphänomen aus dem Weg gegangen und entflohen. Glücklicherweise ist Sardinien nicht nur Meer und Strand und tagelanges Sonnenbaden. Es gibt immer Möglichkeiten, sich fernab des größten Rummels Ruhe-Oasen zu schaffen und trotz Hitze aktiv zu sein.

Hier mein kleines Survival-Kit für die perfekte August-Flucht:

 

1. Such dir einen Rückzugsort

GartenZunächst einmal: Die Campingplätze sind vor allem rund um den italienischen Feiertag Ferragosto am 15. August gerammelt voll. Das muss man mögen. Ruhe findest du dort und in dieser Zeit kaum. Suche dir eine ruhig gelegene Ferienunterkunft, nach Möglichkeit mit einer schönen, schattigen Terrasse. Dort kannst du in den Mittagsstunden ungestört Siesta halten und abends noch ein Gläschen Wein im Freien genießen. So ungefähr stelle ich mir das vor:

 

 

2. Tauche ab in Höhlen und CanyonsCanyoning_Pitrisconi

Schattig und kühl: Lass dich von den beiden Wanderführern Sandra Lietze und Franco Murru in den heißen Sommermonaten auf eine ihrer Höhlen- und Canyoningtouren mitnehmen. Werde zum Höhlenforscher und erkunde geheimnisvolle Flüsse, tiefe Seen, schneeweiße Aragonitkristalle und Tropfsteine in der sardischen Unterwelt. Oder du versuchst dich im Canyoning am Rio Pitrisconi: Diese Schlucht führt auch im Sommer Wasser und dich erwarten glasklare Becken, erfrischendes Wasser und spannende Abseil­stellen in grandioser Natur. Die Ausrüstung wird in beiden Fällen gestellt und entsprechende Techniken vor Ort erklärt.
BadetourTipp für Eltern mit Kindern: Beim Familienausflug “Badetour” führen Sandra und Franco euch an einen kleinen Gebirgsfluss. Dort gibt’s Gum­pen zum Baden, man kann Staudämme bauen, mit dem Schlauchboot herumpaddeln oder Klettern.

 

 

 

 

 

Sonnenaufgang23. Steige auf den höchsten Berg Sardiniens

Geh wandern: Das macht im August fast keiner hier. Es ist dann aber auch sehr heiß. Starte also ganz früh am Morgen und am besten noch vor Sonnenaufgang. Schön ist die Tour zur Pedra Longa oder auf den Monte Oro. Mit dieser Portion Bergeinsamkeit bist du bestens gewappnet fürs wuselig-laute Treiben am Strand.

Oder du brichst auf in den Gennargentu zur Punta La Marmora (1834 m) und genießt den Sonnenaufgang auf dem höchsten Berg Sardiniens! Wer sich das nicht alleine zutraut, kann sich für 15 Euro einer geführten Wanderung anschließen, die am 7./8. August 2016 von Your Sardinia Experience organisiert wird: Treffpunkt ist auf der Piazza in Aritzo. Von dort geht es gemeinsam zum Wanderparkplatz und weiter zum Basislager mit Übernachtung im mitgebrachten oder gemieteten Zelt. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker schon um 4.30 Uhr, um die letzten 2,5 km hinauf zur Punta la Marmora rechtzeitig zum Sonnenaufgang zu bewältigen.
Anmeldung: +39.340 006 9191 / info@yoursardiniaexperience.com

Wenn du auf eigene Faust losziehen möchtest, findest du ausführliche Tourbeschreibungen im Rother Wanderführer (Tour 33) oder im Michael Müller Wanderführer (Tour 17) sowie eine interessante Alternativroute über den Bruncu Spina im Michael Müller Reiseführer (S. 653).

 

RausAufsMeer4. Fahr hinaus aufs Meer

Lautlos durch die Wellen: Natürlich ist im August auch auf dem Meer jede Menge los. Das lärmige Treiben kannst du hinter dir lassen, wenn du dich mit einem Kajak entlang der Küste bewegst und dabei die weniger berühmten Routen wählst. In Cardedu gibt es einen Seekajak-Verleih, der geführte Touren anbietet und auch die Transfers organisiert. Vom Kajak aus genießt man beim meditativen Gleiten durchs kristallklare Wasser nicht nur alle erdenklichen Blauschattierungen des Meeres, sondern auch atemberaubende Blicke auf die bizarren Felsformationen entlang der sonst nicht zugänglichen Küste. Und mit Sicherheit ist man über weite Strecken ganz alleine mit sich und dem Meer und seinen Gedanken.

Also noch einmal: Komme bloß nicht auf die Idee, im Juli und August mit einem der Ausflugsboote an die Postkarten-Strände zwischen Santa Maria Navarrese und Cala Gonone zu fahren. Auch wenn du dir ein Schlauchboot mieten möchtest, würde ich in dieser Zeit nicht unbedingt genau dort vor Anker gehen. Suche dir ein vielleicht weniger spektakuläres Plätzchen und mache in einer der zahlreichen anderen, ebenso wunderschönen Buchten zum Baden, Schnorcheln und Sonnenbaden Halt.

 

5. Sei kein Spielverderber: Das ist Italien!

Wie wäre es damit: Stürze dich doch einfach mitten rein ins Getümmel und genieße das italiensiche Leben! Besonders gut geht das auf den Campingplätzen am Meer, tagsüber am Strand von Orrì, beim abendlichen Flanieren in Tortoli oder rund um den Feiertag Ferragosto natürlich überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Lass dich mitreißen von der italienischen Lebensfreude und Unkompliziertheit: Ruhe kann man das ganze Jahr über haben. Jetzt geht es darum, den Sommer und das Strandleben in vollen Zügen zu genießen, Spaß zu haben, zu flirten, all die Bekannten vom Vorjahr wieder zu treffen und möglichst viel aus den paar Tagen oder wenigen Wochen Urlaub heraus zu holen. Wann und wo kann man schließlich zuhause unter freiem Himmel bis in die Puppen unterm Vorzelt tratschen, singen und lachen, in den Discos open air unterm Sternenhimmel tanzen, sich auf der piazza zu Volksmusik im ballo sardo üben oder am Strand beim Sternschnuppen schauen (10. August!) die Nacht zum Tag machen.

Divertiti allora!

 

 

Hinterlasse einen Kommentar