Lotzorai ti amo

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TiAmo2

Modernes Märchen
oder
Liebeserklärung?

Über die Verführungsküste
eines kleinen unscheinbaren Dorfes

 

Jetzt mal ganz ehrlich (und ich darf das so offen sagen, weil ich schließlich keine Tourismus-Beauftragte, sondern nur eine ganz gewöhnliche Bürgerin bin!): Fährt man durch Lotzorai, ist der erste Eindruck nicht unbedingt berauschend. Vieles wirkt auch nach Jahren noch halb fertig und man sucht vergeblich nach aufgehübschten Altstadtarrangements und einer trubeligen Flaniermeile. Das scheint hier allerdings auch keinen weiter zu beunruhigen. Das Leben geht stattdessen auch in den Sommermonaten seinen ganz normalen, unaufgeregten Gang. Das hat doch auch was, oder?! Ich bin diesem sympathischen Ort vielleicht gerade deswegen mit Haut und Haar verfallen. Warum er auch dich nicht mehr loslassen wird, liest du hier:

 

Es war einmal…

… vor gar nicht allzu langer Zeit ein kleines Dorf, das an der smaragdblauen Ostküste Sardiniens umgeben von einer der herrlichsten Meer- und Bergkulissen unbeachtet ein Leben als hässliches Entlein fristete. Es war vor langer Zeit in einen tiefen Dornröschenschlaf gefallen. Seine Einwohner und auch die Dorfoberen taten nichts, um dem kleinen Städtchen zu helfen und es aus seiner misslichen Lage zu befreien. Sie waren alle zu sehr in ihre persönliche Angelegenheiten und Intrigen verstrickt. Doch eines Tages kam eine betont liebreizende Prinzessin in den Ort geritten. Sie zog alle Bewohner in ihren Bann. Plötzlich wurde allerorts fleißig gewerkelt, denn ein jeder wollte vor der schönen Fremden in bestem Licht erscheinen. Löcher in den Straßen wurden geflickt, Bäume und Blumen gepflanzt, Häuser fertig gestellt und verputzt, lang geplante Radwege gebaut, wilde Müllkippen entsorgt und es öffneten hübsche Trattorien und kleine Läden in den Altstadtgässchen. Gemeinsam wurden Dinge geschaffen, ohne dabei auf öffentliche Gelder zu warten, die ohnehin in undurchsichtigen Kanälen versickern würden. Alle krempelten die Ärmel hoch und mit ungekannten vereinten Kräften tat jeder, was er konnte. Das war eine ganze Menge. Schließlich entfaltete das hässliche Entlein seine Flügel, erprobte seine Schwingen und erhob sich wie ein stolzer Adler in die Lüfte. Dort kreist der Paradiesvogel seitdem mit wachem Auge und aus seinen Federn rieseln fortwährend glänzende Golddukaten auf das kleine Dorf hernieder. Der Prinzessin aber gefiel es so gut in ihrem neuen frisch aufpolierten Domizil und sie hatte sich so innig mit seinen tatkräftigen Einwohnern angefreudet, dass sie entschied, für immer zu bleiben. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute alle dort.

Nun, auf die Prinzessin wartet Lotzorai noch immer.

Macht nichts!

Es gibt trotzdem 10 unschlagbare Gründe, sich in Lotzorai zu verlieben:

 

5 Gründe für die große Sommerliebe:

Strand1 Der Strand

Ganze sieben unendliche Kilometer Sandstrand gehören zu Lotzorai. Die einzelnen Strandabschnitte Isola Manna, Iscrixedda, Lido delle rose, Pollu und Tancau reihen sich in einer einzigen lang gezogenen Bucht an einander. Genug Platz für alle – auch in der Hochsaison. Und ein Paradies für Strandläufer.

 

 

Camping_Meer2 Das Campingparadies

Wenn du in Lotzorai deine Zelte aufschlägst, hast du die Qual der Wahl: Die fünf Campingplätze liegen alle im schattigen Pinienwald mit unverstelltem Blick aufs Meer. Wo zeltet man sonst schon direkt am Strand?!

3 Die Lage

Bist du im Urlaub gerne aktiv? Dann wirst du Lotzorai wegen seiner zentralen Lage schätzen. Von hier aus lassen sich alle Wanderziele, Klettergebiete, Motorradstrecken, MTB-Trails, aber auch umliegende Dörfer, andere Strände, Buchten oder Sehenswürdigkeiten im Handumdrehen erreichen. Du bist sofort am Meer, aber auch genau so schnell in den Bergen.

4 Die Entschleunigung

In Lotzorai kannst du sogar in der Hochsaison einen Gang runter schalten. Alles lässt sich angenehm entspannt an. Man kann (viele Dinge tun), aber man muss nicht! Zwanghafter Urlaubsaktivismus lässt meist nach den ersten Tagen deutlich nach und auch das Nachtleben ist überschaubar. Viel mehr genießt man das unaufgeregte Aktivitätenangebot am Tag und am Abend schlendert man vielleicht noch durch den Ort, schleckt ein Eis und gesellt sich nach Belieben zu den Ballo-Sardo-Tänzern auf der Piazza.

Sonnenaufgang5 …und natürlich: der Sonnenaufgang!

Da lohnt sich das früh Aufstehen auch in den Ferien: immer wieder auch für mich ein Erlebnis, wenn die Sonne als glutroter Ball hinter den Ogliastra-Inseln in der Bucht von Lotzorai aufgeht. Wer Glück und einen guten Platz auf dem Campingplatz ergattert hat, kann sich das Schauspiel gemütlich in den Schlafsack gekuschelt vom eigenen Zelt aus ansehen und danach selig weiter träumen.

 

 

5 Gründe für eine „Quattro stagioni“-Liebeserklärung:

Isolotto1 Das Klima

Warum wollen eigentlich alle im Winter immer auf die Balearen?! Wir haben hier dasselbe angenehme Wetter und man kann hier wunderbar das ganze Jahr über Urlaub machen.

2 Die Ruhe

Wer Party sucht, ist hier eher fehl am Platze. Lotzorai ist ein ruhiges kleines Dörfchen ohne viel Rummel, das aber ganzjährig unverändert belebt ist. Hier fährt man in der Nebensaison nicht durch gespenstisch wirkende verlassene Ferienhaussiedlungen.

Pollu3 Die Natur

Ganz Sardinien ist ein einziges Naturschauspiel. Aber rund um Lotzorai hat sich der Regisseur besonders viel Mühe gegeben: imposante Felsformationen umgeben das Flussdelta mit Lotzorai in der Mitte wie ein natürliches Amphietheater und machen die Gegend zu einem einzigen Erlebnispark für Wanderer, Kletterer, Radfahrer, Motorradfahrer und Outdoorfreaks – und das vor allem in der Nebensaison.

4 Die Preise

Auch in Lotzorai wirst du zielsicher und sofort als Touri erkannt. Das bezahlst du hier aber nicht wie andernorts mit dem 3-fachen Preis für deinen Cappuccino. Im Gegenteil: Dein Getränkt an der Bar ist oftmals schon bezahlt, bevor du überhaupt bestellt hast. Und außerhalb der Saison erholen sich auch die Übernachtungspreise wieder von ihren Juli- und August-Höhenflügen.

5 …und natürlich: die Culurgionis!

Denn na klar: Wer hat sie erfunden!? In Lotzorai sind sich jedenfalls alle einig, dass die leckeren Teigtaschen mit Kartoffel-Käse-Füllung und auf Wunsch einem Hauch Minzgeschmack genau hier kreiert wurden.
Tipp: In der Bäckerei Ferreli in der Via Milano 37(Straße Richtung Talana) bekommt man auf Vorbestellung handgemachte Culurgionis mit oder ohne Menta. Unbedingt probieren!

 

Hinterland

 

 

Anmerkung am Rande:

Kürzlich waren Kommunalwahlen in Lotzorai. Die Gruppierung „Lotzorai cambia“, die sich bereits die letzten Jahre um die Belange des Ortes gekümmert hat, wurde im Amt bestätigt und hat ein  höchst ambitioniertes Programm präsentiert.
Nun wollen wir mal sehen!

 

 

2 Antworten

  1. […] für deinen nächsten Urlaub in der Ogliastra und ihre Liebeserklärung an das kleine Dörfchen Lotzorai. Folgt ihr außerdem auf ihrer Facebookseite! Steffi var block_td_uid_1_580753c2d5455 = new […]

  2. […] Christine hat ihren Traum vom Leben im Süden wahr gemacht: Als freie Autorin wohnt und arbeitet sie seit einigen Jahren auf Sardinien. Auf ihrem Blog Insel Traum Leben findet ihr viele Tipps für den nächsten Urlaub in der Ogliastra, sowie ihre Liebeserklärung an das kleine Dörfchen Lotzorai. […]

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