Zeit für Extra-Touren: Pfingsten auf Sardinien

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Mikroabenteuer vor der Haustüre

 

Ohne großen Aufwand einfach mal raus aus dem Alltagstrott. Etwas unternehmen, Dinge tun, die man vielleicht schon ewig auf die lange Bank schiebt. Einfach machen.
Diese kleinen Eskapaden sind ja gerade in aller Munde. Eine richtige Modeerscheinung sind sie geworden.
Ganz zu recht, wie ich finde.

Immer wieder lasse ich also ganz bewusst Haushalt, Schreibtisch und Stallarbeit hinter mir, packe ne Flasche Wasser und einen Apfel ein, ziehe los und gehe auf Erkundungstour in meiner Umgebung – an einem ganz gewöhnlichen Morgen und gern auch mal ganz alleine ohne Mann und Kind.

Besonders toll fühlt sich das an, wenn ich Ziele ansteuere, die schon lange auf meiner Liste stehen. Noch immer habe ich so vieles nicht gesehen hier… Und das liegt oft nicht daran, dass die Insel so groß ist und die Wege weit sind auf Sardinien. Vieles liegt wirklich nur einen Katzensprung entfernt direkt vor meiner Haustüre.

Manchmal kehre ich bei meinen kleinen Alltagsfluchten aber auch an Orte zurück, die ich schon kenne. Weil sie einfach so schön sind. Denn Neues entdecken kann man ja bekanntlich überall immer wieder.

Letzte Woche war ich wieder einmal unterwegs. Wo genau erfährst du hier:

 

Warum?

Weil ich finde, dass sich diese beiden Ausflüge auch perfekt für deinen Pfingsurlaub in der Ogliastra eignen.
Jetzt im Frühsommer kannst du deine Zeit zwar schon richtig gut am Strand vertrödeln. Aber die Temperaturen lassen auch noch die ein oder andere Spritztour ins Hinterland zu. Du musst es ja nicht gleich übertreiben. Also:

 

Auf ins Mikroabenteuer!

 

 

Monte Pittaine

 

Diese eigentlich sehr kurze, dafür aber etwas schweißtreibende Wanderung auf den Monte Pittaine darfst du dir eigentlich nicht entgehen lassen. Vom Startpunkt aus geht es zwar fast ausschließlich steil bergauf, aber die spektakuläre Aussicht (ich übertreibe nicht!) von oben am Gipfelkreuz lässt dich das bißchen Anstrengung sofort vergessen.

Tipp: Ich würde die Tour möglichst in den frühen Morgenstunden machen. Da ist es noch etwas kühl und die Sonne brennt noch nicht ganz so stark auf die Bergflanke. Einige Abschnitte liegen dann auch noch im Schatten. Warum nimmst du dir nicht gleich dein Frühstück mit nach oben? Einen besseren Platz mit Blick aufs Meer gibt es kaum, um in den Tag zu starten.

Dauer: 1 bis 1,5 Stunden hinauf, ½ bis ¾ Stunde auf gleichem Weg zurück

Hinweis: Du solltest über eine gewisse Grundfitness verfügen. Es geht auf schmalem Pfad vor allem am Ende sehr steil über Felsstufen bergauf. Man kann sich die Strecke aber auch über viele Pausen unterwegs entsprechend einteilen und entschärfen – es lohnt sich!!! Eventuell sind Wanderstöcke hilfreich.

Für Kids: Für bewegungsfreudige und wandererprobte Kinder ist die Tour toll, weil sie einerseits kurz und andererseits sehr abwechslungsreich und abenteuerlich ist. Bitte trotzdem achtgeben, denn es gibt einige etwas kritische Stellen.

Startpunkt: Santa Maria Navarrese, oberhalb des Ortes. Anfahrt wie zur Pedra-Longa-Wanderung. Dann aber nach der Pizzeria „Il Pozzo“ bei der Auffahrt zum Ostello Bellavista links in die Via Monte Tundus abbiegen, die asphaltiert sehr steil bergauf führt bis zum Holzschild „Surele“. Dort parken und den Schotterweg rechts hinauf gehen bis nach ca. 20 m ein rechts ein netter Sitzplatz und geradeaus ein Gatter mit Tor auftaucht.

Da geht’s lang: Wir passieren das Tor und schließen es danach natürlich wieder sorgfältig. Weiter geht’s nach links den Holzschildern „Uttolo/Baunei“ und „Croce/Pittaine“ und einem breiten Schotterweg bergauf folgend. Nach ca. 200 m sehen wir das nächste Holzschild auf der linken Seite, das vom Hauptweg ab auf einen schmalen Pfad nach links Richtung „La croce / Pittaine“ weist. Der gesamte Weg hinauf zum Gipfel ist als Kreuzweg mit entsprechenden Stationen zur inneren Einkehr angelegt, die dir aber auch bei der Orientierung helfen. Achtung: Bei Station IV gabelt sich der Weg. Hier musst du nach rechts weitergehen. Weiter oben – wir befinden uns jetzt hinter einer großen Felswand zu unserer Rechten – triffst du erneut auf eine Gabelung: Dort hälst du dich links. Du siehst dort jetzt schon den imposanten Monte Pittaine mit Gipfelkreuz über dir aufragen. Ab sofort wird es immer steiler und felsiger, hohe Steinstufen sind zu überwinden. Vielleicht findest du ja meinen schattigen Rastplatz in einer Kehre unterm Johannisbrotbaum?! Dort kannst du dich bei herrlichem Blick auf Santa Maria Navarrese und die Bucht ein wenig auf einem großen Felsen ausruhen, bevor du das letzte Stück in Angriff nimmst. Oben am Sattel angekommen, hälst du dich rechts. Nun hast du es fast geschafft. Die letzten Höhenmeter hinauf zum Gipfel haben es allerdings in sich. Aber dann! Dann stehst du da oben, vergisst sofort alle Mühe und bist einfach nur sprachlos angesichts der Weite des Meeres unter dir und des 360-Grad-Rundumblicks.

 

 

 

Padentinu-Nuraghe

 

Nuraghen gibt es wie Sand am Meer auf Sardinien. Der ein oder andere wird während seines Urlaubs fast schon „Nuraghen-müde“ und winkt angenervt ab. Ich selbst kann mich ihrem Bann allerdings auch nach Jahren noch immer nicht entziehen. Und diese hier liebe ich irgendwie besonders. Weil sie so vollkommen unspektakulär ist. Weil man sie so toll beklettern kann. Weil man von oben bis zum Meer, über das gesamte Flussdelta und bis zum Supramonte blicken kann. Vor allem aber auch, weil ich dort noch nie eine Menschenseele getroffen habe.

Tipp: Dieser kleine Spaziergang ist sehr schön am Morgen, aber auch in den frühen Abendstunden zur Aperitif-Zeit… Nuraghen-Sitzen mit je nach Geschmacksvorliebe passendem Getränk ist einfach wunderbar, finde ich. Ganz in der Nähe der Nuraghe oben auf dem Hügel gibts außerdem einen schönen Picknickplatz mit Steintisch und Bänken, wo du anschließend dein sardisches Abendessen anrichten kannst. Alternativ bieten sich die Tische und Bänke unten am Parkplatz an. In diesem Fall musst du die Zutaten nicht mit nach oben schleppen, sondern kannst sie so lange im Auto im Schatten lagern.

Dauer: ca. 20 min. Aufstieg vom Parkplatz bis zur Nuraghe

Hinweis: keinerlei Schwierigkeitsgrad. Allerdings bitte beim Klettern auf die Nuraghe vorsichtig sein. Es gibt keinerlei Sicherung, einige Steine sind locker und zwischen den Steinen gibt’s fiese Löcher. Alles natürlich nach eigener Einschätzung und auf eigene Gefahr.

Für Kids: Super geeignet für Kinder, da kurz und schön schattig im Wald. Abwechslungsreiche Strecke, auf der viel gesucht und gefunden werden kann. Vor allem der Rastplatz unten eignet sich nach dem Spaziergang sehr gut zum Spielen.

Startpunkt: Du fährst die Provinzstraße SP 56 von Lotzorai Richtung Talana und konzentrierst dich nach ca. 3 km Fahrt auf den rechten Straßenrand, an dem etwas versteckt ein braunes Schild mit Aufschrift „Su Padentinu“ auftaucht. Es weist uns nach links, wir verlassen die Hauptstraße und fahren geradeaus auf einer asphaltierten Stichstraße bis zu deren Ende. Dort biegst du nach links ab, fährst an einem verlassenen gelben Gebäude vorbei und parkst kurz danach im Schatten der Bäume.

Da geht’s lang: Es gibt keine Schilder oder sonstige Kennzeichnungen, du folgst einfach dem mit Steinmäuerchen eingefassten Weg vorbei an den Picknicktischen, die rechts und links verstreut im Wald liegen. Der Weg führt nach links über ein ausgetrocknetes Bachbett und wird zum Pfad, der nun stetig durch den Wald bergauf verläuft. Oben am Steintisch angekommen siehst du schon die Nuraghe vor dir. Es geht am Tisch vorbei auf einen kleinen freien von Macchia umrundeten Platz. Hier bitte nicht den Weg geradeaus weiter wählen, sondern – Abenteuer, Abenteuer! – den schmalen Trampelpfad rechts ins Gestrüpp hinein suchen. Wer ein Taschenmesser oder gar eine Heckenschere (eher unwahrscheinlich!) dabei hat, ist ganz klar der Gewinner! Wir und auch andere schneiden den Pfad zwar immer wieder frei, allerdings wächst alles unglaublich schnell wieder zu. Du musst dich also eventuell mit einigen Dornranken auseinander setzen. Am Fuße der Nuraghe geht es auf diesem Pfad circa 1 Minute durchs Gebüsch bis der Weg scharf nach rechts abbiegt und du auf erste (herab gekullerte) Steinbrocken stößt. Hier einfach weiter hoch klettern und schon bist du oben und kannst deinen Blick schweifen lassen. Wer nicht ganz hinauf will auf die Nuraghe, findet auch weiter unten tolle Aussichtsplätze.

Ooooohhhhhmmmmmm!

 

 

Wie sieht dein Mikroabenteuer vor der eigenen Haustüre
oder im Urlaub aus?

 

Zur Erinnerung:

Hier findest du noch einmal die Beschreibung zu zwei Ausflugs-Klassikern, die sich an Pfingsten noch sehr angenehm wandern lassen: der Küsten-Weg zur Pedra Longa und die Tour in die Cala Goloritzé.

 

Einsamer geht’s hier zu:

Der Frühsommer ist außerdem die ideale Zeit für Esel-Trekking. Du findest hier alle Infos dazu. Es gibt etwas kleinere Runden für Familien, bei denen die Kinder auf den Eseln reiten. Aber es gibt auch tolle Strecken für Erwachsene bis hin zu Zwei-Tages-Touren mit Übernachtung zum Beispiel im Zelt. In diesem Fall tragen die Esel dann Verpflegung und/oder Gepäck. Sprecht mich einfach an wegen Angebot und Preis!

 

Besondere Orte:

Wenn du ebenso gerne wie ich auf alten Steinen sitzt und die Abendstimmung genießt, dann kannst du auch einmal bei den Domus de Janas von Lotzorai vorbei schauen oder du fährst zum Gigantengrab Triei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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