Keine Insidertipps!

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Keine Insidertipps, aber dafür:

 

10 Orte, die ich meinen Freunden zeige, wenn sie mich zum ersten Mal hier besuchen

 

Das ist ja immer so eine Sache mit den Geheimtipps. Kein Reiseführer kommt ohne die seit ihrer Erfindung inflationär verwendeten Insidertipps aus. In diesem Wort steckt einfach ein ungemein großes Versprechen mit magischer Anziehungskraft: Na klar will ich wissen, wo ich hin MUSS, um wirklich mitreden zu können. Und natürlich will auch ich das beste Urlaubserlebnis mit nach Hause tragen.

 

Aber ist es nicht auch so:

Geheimnisse verrät man nicht. Und ein Buch gewordener oder virtuell veröffentlicher Geheimtipp
ist spätestens dann kein Geheimtipp mehr.

 

Und wer ist schon wirklich Insider?

Sind die Einheimischen die Insider? Allerdings treten die komischerweise selten in dieser Rolle auf… Oder ist ein Insider ein besonders erfahrener Reisender, der am Puls der Zeit lebt und überzeugt ist, dass andere Urlauber garantiert ebenso ticken wie er? Ich empfinde letzteres immer als etwas anmaßend.

Außerdem ist erleben sowas von subjektiv. Es hängt von der Jahres- und Tageszeit ab, wird vom Wetter bestimmt und vom persönlichen Entspannungsgrad in der Ferienwoche X. Natürlich spielt auch mit hinein, ob jemand gut geschlafen, ausgiebig gefrühstückt und mit der richtigen Reisebegleitung unterwegs ist.

 

Deshalb…

… unterstehe ich mich, dir hier Insidertipps unter die Nase reiben zu wollen. Stattdessen geht’s ganz unspektakulär um die

 

10 Orte, die ich meinen Freunden zeige, wenn sie mich zum ersten Mal hier besuchen:

 

 

1   Aussichtspunkt Ostello Bellavista

 

Was: eine Terrasse hoch über dem kleinen Dorf Santa Maria Navarrese mit weitem Blick übers Meer, zu den Inseln, die lang gezogene Sandbucht bis Arbatax und natürlich aufs malerische Örtchen mit Hafen und Sarazenenturm

Wo: Santa Maria Navarrese
Ab Kirche/Spielplatz der Straße Viale Plammas geradeaus bergauf folgen, oben am kleinen Kreisverkehr das Sträßchen halb rechts bergauf nehmen, am Ende der Straße ist sofort die Aussichtsplattform zu sehen. Wer mit dem Fahrzeug kommt, kann es hinter dem „Ostello Bellavista“ auf dem Parkplatz abstellen.

 

Warum:

… weil du von hier die schönste Aussicht über deine Ferienregion hast, ohne gleich eine Wanderung unternehmen zu müssen.
… weil von hier oben das Meer so herrlich weit und unendlich wirkt.
… weil das der ideale Abendspaziergang nach dem Essen oder mit Eis in der Hand ist und du für den Weg hinauf wirklich belohnt wirst.

 

 

2   Pineta-Bar

 

Was: eine einfache, alt eingesessene Strandbar im Schatten der Pinienbäume direkt am Meer

Wo: Santa Maria Navarrese
An der Hauptstraße am Meer, gegenüber der T-Kreuzung, die hinauf Richtung Baunei führt

 

Warum:

… weil du in kaum einer Bar so nah am Strand und am Meer sitzen kannst.
… weil du hier wunderbar deinen Tag bei einer Tasse caffè beginnen kannst.
… weil es dort immer angenehm schattig und frisch ist.
… weil es hier im Sommer abends manchmal Konzerte am Strand gibt.
… weil es dort leckeres hausgemachtes Eis in besonderen sardischen Geschmacksrichtungen gibt.

 

 

3   Lido di Orrì

 

Was: eine Traumstrand mit weißem Sand, flachem, türkisfarbenem Wasser und wunderschön von Meer und Wind geformten Felsen. Dem Hauptstrand von Orrì folgen viele kleine Buchten, die du entweder zu Fuß am Meer entlang oder von der Küstenstraße aus erschließen kannst. Die „berühmteste“ und tatsächlich eine der schönsten ist die Golfetto-Bucht. Mit dem Auto kannst du dann auch weiter bis zum ebenso weißen Sandstrand von Cea fahren.

Wo: Tortolì
Von der SS 125 am Ortsende von Tortolì (von Lotzorai kommend) den braunen Schildern „Lido di Orrì“ folgen und bis zum Meer fahren. Um weiter zum Strand Golfetto und nach Cea zu kommen, der Küstenstraße weiter folgen. An einer T-Kreuzung links abbiegen, um weiter nach Cea zu fahren. Von Cea entweder wieder denselben Weg zurück oder über Land zurück zur SS 125 (Lanusei/Bari Sardo/Tortolì) fahren.

 

Warum:

… weil nirgendwo sonst hier der Sand so fein und so weiß ist.
… weil die Farben des Wassers und die Felsfomationen eine Traumkulisse abgeben.
… weil man hier so herrlich im seichten Wasser lümmeln kann.
… weil du hier herrlich am Strand spazieren und Muscheln sammeln kannst.
… weil es dort eine Bar gibt, die das ganze Jahr über geöffnet hat und es an einem sonnigen Wintertag keinen schöneren Frühstücksplatz am Meer gibt.

 

 

4   Terrasse „Tomà“

 

Was: geschmackvoll gestaltetes Restaurant mit Bar und Terrassen auf zwei Stockwerken

Wo: Santa Maria Navarrese
Oberhalb des Hafens, Eingang an der Zufahrtsstraße zum Hafen hinunter

 

Warum:

… weil du von hier aus einen wunderbaren Blick aufs Meer hast.
… weil du nirgendwo schöner bei einem gepflegten Aperitif die letzten Sonnenstrahlen genießen und den Tag abschließen kann.
… weil das Ambiente in diesem in Holz gehaltenem Gebäude so angenehm ist.

 

 

5   Domus de Janas

 

Was: Rund 13 so genannte Feenhäuser oder Grabkammern auf einem Hügel verteilt

Wo: Lotzorai
Anfahrtsbeschreibung: siehe Ausflug Domus de Janas

 

Warum:

… weil es selten so viele Feenhäuser an einem Ort zu sehen gibt.
… weil die Ausgrabungsstätte so schön über kleine Pfade und Schilder zu erschließen ist.
… weil du oben auf dem Platz der ehemaligen Nuraghe wunderbar sitzen und picknicken, die Magie des Ortes genießen und dabei bis zum Meer blicken kannst.

 

 

6   Tomba dei Giganti

 

Was: ein so genanntes Riesen-Grab oder Gemeinschaftsgrab

Wo: Triei
Anfahrtsbeschreibung: siehe Ausflug Tomba dei Giganti

 

Warum:

… weil diese wunderschöne, unscheinbare Anlage so eindrucksvoll inmitten einer Art Bergamphietheater eingebettet liegt.
… weil dieser Ort so mystisch ist, wenn man sich Zeit nimmt und einfach eine Weile dort auf einem der alten Steine sitzt.
… weil dort oben eine unbeschreibliche Ruhe herrscht, da man die Ausgrabungsstätte in 99 von 100 Fällen ganz für sich alleine hat.

 

 

7   Golgo-Hochebene

 

Was: Hochplateau mit typischem Steineichen- und Macchia-Bewuchs und Heimat vieler frei laufender Haustiere

Wo: Baunei
Anfahrtsbeschreibung: siehe Ausflug Golgo-Hochebene

 

Warum:

… weil es dort oben neben einer herrlichen Wald- und Felsenlandschaft so viel zu entdecken gibt, dass man ohne Probleme stundenlang umher streifen kann.
… weil dort hundertjährige Olivenbäume vor einer weiß getünchten Wallfahrtskirche stehen, im Wald versteckt jahrtausendalte Nuraghensteine erklettert werden können, ein gigantisches Felsgesicht auf einen herab blickt und aus den Büschen immer wieder sehr zutrauliche Esel auftauchen.
… weil du von dort oben traumhafte Wanderungen sämtlicher Schwierigkeitsgrade zu den Traumbuchten an der Steilküste starten kannst.
… weil allein schon die Auffahrt von Baunei auf die Hochebene (und später die Abfahrt) so atemberaubende Blicke über das weite Flussdelta von Lotzorai, die Bergwelt im Hinterland, den Binnensee von Tortolì und die weiten Sandbuchten bis Arbatax bietet.

 

 

8   Pedra Longa

 

Was: eindrucksvolle Felsnadel direkt am Meer, die mit dem Auto oder zu Fuß (→ Link Wanderung/Blogpost) erreicht werden kann

Wo: zwischen Santa Maria Navarrese und Baunei
Anfahrtsbeschreibung Fußweg: siehe Wandertipp Pedra Longa
Anfahrtsbeschreibung Auto: auf der SS125 aus südlicher Richtung kommend Richtung Baunei fahren, kurz vor dem Dorf der Beschilderung „Pedra Longa“ folgen und rechts abzweigen, die Straße führt zunächst über einen Sattel, dann auf Serpentinen eine breite Schlucht hinunter zum Meer, dort Parkmöglichkeiten

 

Warum:

… weil die Felsnadel Ziel einer wunderschönen Küstenwanderungen ist.
… weil dieser Ort landschaftlich einfach so viel her gibt – egal ob man sich auf dem Wanderweg mit Meerblick annähert oder von oben die Serpentinen hinunter kurvt.
… weil du von dort aus ans Meer hinunter steigen (über die Treppe beim Parkplatz an der Bar oder über die Felsen) und wunderbar schnorcheln kannst.
… weil es dort eine Bar mit kleinen Terrassen-Sitzplätzen direkt am Fuße der Felsnadel mit traumhaftem Meerblick gibt.

 

 

9   Strand zwischen Arbatax und Santa Maria Navarrese

 

Was: 7 Kilometer lange Sandbucht, zuweilen von den Flussmündungen des Rio Pramaera und des Rio Girasole unterbrochen

Wo: zwischen Santa Maria Navarrese im Norden und Arbatax im Süden

 

Warum:

… weil du in dieser Buch immer die vorgelagerten Isole dell‘ Ogliastra – genannt „L’Isolotto“ – im Blick hast.
… weil dieser Strand so weitläufig ist, dass dort sogar in der Hauptsaison jeder ein passendes Plätzchen findet.
… weil du hier (vor allem auch in den Wintermonaten) wunderbare Strandspaziergänge machen kannst.
… weil hier der Sonnenaufgang vom Strand aus wegen der Inselkulisse besonders schön anzusehen ist.
… weil es viel schattigen Pinienwald direkt am Meer gibt.

 

 

10   Panoramastrecke Lotzorai-Urzulei-Baunei-Lotzorai

 

Was: Rundfahrt

Wo: Start in Lotzorai, von dort auf der Provinzstraße Nr. 56 Richtung Talana fahren, an der Abzweigung weiter nach Urzulei fahren, das Dorf Urzulei durchqueren und am Ortsende die Serpentinen hinauf auf die Hochebene nehmen, oben angekommen an der T-Kreuzung rechts halten Richtung Baunei, das Dorf durchqueren und auf der Kurvenstraße wieder hinunter und zurück nach Lotzorai fahren.

 

Warum:

… weil du dir auf dieser ruhigen, kurvigen Nebenstrecke ein gutes Bild von der eindrucksvollen Bergwelt im Hinterland machen kannst.
… weil es auf der Fahrt zwei nette beschauliche Bergdörfchen zu entdecken gibt: Urzulei mit seinen interessanten Murales in schwarz-weiß und seinem liebevoll gestalteten Dorfmuseum, Baunei allein wegen seiner Lage und Aussicht sowie den hübschen Gässchen.

 

…und jetzt schöne Tage!

 

 

 

 

 

6 Antworten

  1. Wirklich toll die top ten 🙂 !!

  2. So schön geschrieben, dass man einfach Lust auf Sardinien bekommt…DANKE für Deine Tipps. LG Andrea

  3. Schöner Bericht! Da werden einige Tipps in unseren Urlaub mit einfließen!

    • Lieber Markus, das freut mich natürlich sehr. Wünsche euch schönen Urlaub! Christine

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